Verkauf oder Vermietung von Immobilien im In- und Ausland

Grundsätzlich hat der Belegenheitsstaat der Immobilie das Besteuerungsrecht

Betreffend der Vermietung oder dem Verkauf von Immobilien gilt als Grundregel, dass in den meisten Fällen dem Belegenheitsstaat das Besteuerungsrecht für diese Einkünfte zukommt. Der Belegenheitsstaat ist jenes Land, in welchem die Immobilie gelegen ist. In Österreich unterliegen seit dem Jahr 2012, neben der Vermietung, auch sämtliche Verkäufe von inländischen Immobilien der Steuerpflicht (so genannte “Immo-ESt”). Die Steuerpflicht besteht unabhängig von der Behaltedauer der Immobilie. Eine Ausnahme von der Steuerpflicht bei der Veräußerung von Immobilien kommt nur dann zur Anwendung, wenn der Hauptwohnsitz aufgegeben wird, und die Immobilie in diesem Zeitpunkt veräußert wird. Der Steuersatz auf den Veräußerungsgewinn beträgt einheitlich 30 % (seit 1.1.2016, davor 25 %), wobei die Berechnung des Gewinns von verschiedenen Variablen abhängt.

Im Ausland ansässige Personen, die in Österreich über Immobilienvermögen verfügen, unterliegen in Österreich der Steuerpflicht. Dies können beispielsweise Einkünfte aus der Vermietung und Verpachtung von Immobilien sein, aber auch Einkünfte, die aus dem Verkauf einer im Inland gelegenen Immobile stammen (Stichwort Immo-ESt). In den meisten Fällen müssen im Ausland ansässige Personen, die in Österreich Einkünfte aus der Vermietung oder dem Verkauf aus Immobilen erzielen, eine Steuererklärung in Österreich einreichen.

Für den Fall einer im Inland ansässigen Person gilt, dass im Ausland steuerpflichtige Einkünfte im Rahmen der Vermietung oder aus dem Verkauf von Immobilien in Österreich in der Regel unter Progressionsvorbehalt steuerfrei sind (dies gilt vor allem für jene Fälle, in denen Österreich mit dem betreffenden Belegenheitsstaat ein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen hat). Allerdings ist zu beachten, dass diese Einkünfte dennoch in der österreichischen Steuererklärung anzuführen sind.

Vermietung und Verpachtung von Immobilien durch Ausländer in Österreich

Im Ausland ansässige Personen unterliegen mit ihren Einkünften aus Vermietung und Verpachtung von im Inland gelegenen Immobilienbesitz dem österreichischen Einkommensteuertarif. Als Besonderheit kommt hinzu, dass diese Personen, sollten sie in Österreich über keinen Wohnsitz verfügen, einer Hinzurechnungsbesteuerung in Höhe von 9.000 EUR unterliegen (d.h. zu den steuerpflichtigen Einkünften werden fiktiv 9.000 EUR hinzugerechnet, wodurch der Steuersatz erhöht wird). Zu beachten ist darüber hinaus, dass Personen ohne inländischen Wohnsitz aus umsatzsteuerlicher Sicht keine Kleinunternehmereigenschaft innehaben, und somit in allen Fällen zur Verrechnung der Miete zuzüglich Umsatzsteuer verpflichtet sind.

Beim Verkauf einer im Inland gelegenen Immobilie kommt in den meisten Fällen hingegen anstatt des progressiven Steuertarifs ein linearer 30 % iger Einheitssteuersatz zur Anwendung.

In jedem Fall ist zu beachten, dass aus steuerlicher Sicht bei Einkünften aus Immobilienbesitz eine genaue Planung erfolgen sollte, um etwaige Stolpersteine zu vermeiden. Die Experten von HR TAX stehen Ihnen dazu gerne zur Verfügung.